haus9

Wenn man drei Jahre auf engstem Raum mit einem Zimmer im Rohbauzustand, bei dem im Winter der Wind durch die Mauern pfeift, gelebt hat, dann werden trotz zunehmender Sanierungsmüdigkeit nochmal alle Kräfte mobilisiert, wenn aus dem Raum endlich ein Zimmer werden soll.

In diesem Fall ist es sogar ein sehr sehnsüchtig erwarteter Raum: ein Bad im Haus. Wir haben zwar zwei Bäder, doch befinden sich beide im unbeheizten Anbau und fühlen sich deshalb sehr nach "Außenklo" an.

Zunächst entfernten wir den Fußbodenbelag. Die Dielen sahen erfreulich gut aus - und das trotz der Feuchte aus dem Keller -- hatten jedoch diverse Fehlstellen und Aussparungen.

Nun wurde die Tür zum Anbau und kurz darauf auch das Oberlicht entfernt.

Bei den Arbeiten an der Kellerdecke (= Boden des zukünftigen Bades) waren diverse Schäden an den tragenden Balken und eine fehlende Auflage an der Außenwand aufgefallen...

... und mussten beseitigt werden.

Daher musste etwa ein Viertel des Bodens durch neue Weichholzbretter ergänzt werden. Die fehlenden Teile des Fachwerks ersetzten wir durch eine Mauer aus Kalksandsteinen. Das Loch vom Oberlicht wurde mit Backsteinen ausgemauer, weil es oberhalb vom Anbau von außen sichtbar ist.

An allen Holzteilen, die überputzt werden sollten, wurden Schilfmatten als Putzträger befestigt.

Mit einer Putzmaschine wurden die Höhenunterschiede der verschiedenen Wandschichten ausgeglichen.

Zumindest war der Raum nun winddicht.

Die alten Heizungsrohre (von 2012) wurden komplett zurückgebaut und die Installationen für Dusche und Toilette montiert.

Nach dem Durchtrocknen dieser Lehmschicht wurden Weichfaserdämmplatten an den Wänden zum Kirchplatz und zum Anbau mit einer weiteren Lehmschicht verklebt und sicherheitshalber auch verschraubt.

Auf dieser Dämmschicht wurden anschließend die Leitungen für eine Wandheizung angebracht. Wir verlegten sie auf alle drei Wände, die an einen unbeheizten Bereich (Flur) ...

...oder an den Außenbereich grenzten.

Auf diese Rohre wurde jetzt der Unterputz aufgebracht. Nach dem Durchtrocknen, das mit der Wandheizung viel schneller ging, konnte der Oberputz aufgetragen und abgerieben werden.

Zwischenzeitlich wurden LED-Strahler in die Decke eingelassen, die durch die permanente hohe Luftfeuchtigkeit leider Schimmel ansetzte.

Also musste ein kleiner Arbeitseinsatz zum Entfernen der Tapeten, Schleifen der Decke und abschließendem Anti-Schimmelanstrich eingeschoben werden.

Auch die Rückseite der Wand zum Anbau wurde mit Lehm verputzt und sieht wieder gut aus.