haus5

Wirklich unschön war auch die Decke im Flur. Der nachträglich eingebaute Rundbogen trennte zwei verschieden abgehängte Decken voneinander. Nachdem der Rundbogen entfernt war (Rigips mit Sperrholz und jede Menge Nägel) ergab sich ein Höhenunterschied zwischen den beiden Teilen und auch die Materialien unterschieden sich: Weichfaser mit Lochmuster auf der einen, Styropor mit Wellenprofil auf der anderen Seite.

Da alles flächig mit den Profilholzbrettern darunter verklebt war, musste die Decke in Stücke gesägt und mit Gewalt heruntergerissen werden. Der Staub der Jahrhunderte vermengte mit viel Ruß schwärzte uns und das Haus gleichermaßen. Es ist unbeschreiblich, wie viel Dreck anfiel und wie gleichmäßig er sich verteilte.

Aber die Mühe lohnte sich: im Bereich der ehemaligen Diele kamen riesige, rauchgeschwärzte Eichenbalken und Dielenbohlen in gutem Zustand zum Vorschein.

Dort, wo einst die Treppe endete und mit einem Gang zum Kammerfach führte, lagen allerdings nur Weichholzdielen, die marode und am "Haupt-Verkehrsknotenpunkt" im ersten Stock behelfsmäßig geflickt waren.

Wir entschieden, die geflickten Teile  - Reste von Schranktüren und Regalbrettern - durch Fichtenbretter zu ersetzen...

...und den Bereich von unten zu verkleiden - natürlich auf Deckenhöhe.

Das Flicken der Weichholzdecke ging schnell und problemlos. Das Abhängen war wegen des hohen Gewichts der Rigipsplatten sehr anstrengend. Außerdem ist es ein Phänomen, wie gleichmäßige Platten an waagerechten Dachlatten befestigt im Übergang plötzlich deutliche Spalten und Stufen zeigen.

Ursprünglich war für diesen Flurabschnitt ein Windfang durch eine zusätzliche Tür geplant, die hier schon eingepasst wurde. Da der Flur dadurch jedoch zu eng wirkte, wurde der Windfang wieder entfernt und der Rest der Weichholzdecke auch noch verkleidet.

Das Reinigen der Eichenholzbalken und -bohlen vom alten Kalkanstrich mittels winziger Klinge vom Abzieher sowie Drahtbürste und schließlich Dampfreiniger war dagegen ein längerfristiges, äußerst mühsames Projekt. Der Anblick der urigen Decke entschädigt uns allerdings jeden Tag.