Art Deco

Die Künstler des Jugendstil haben in geschwungenen Formen und Dekoren geschwelgt. Die beeindruckende Konsequenz, mit der jeder noch so alltägliche Gegenstand zum Kunstobjekt wurde, hat diesen Stil bis zu einem Punkt weiterentwickelt, wo etliche Künstler ihre Schmerzgrenze hatten. Der Bedarf nach einer stärkeren Betonung der Funktionalität, einhergehend mit einer ästhetischen Gestaltung des Objekts, stieg und führte zur Ausprägung des sachlichen Art Deco.

Der Name leitet sich von der 1925 stattfindenden "exposition internationale des arts decoratifs et industriels moderns" in Paris ab.

Anders als bei Objekten des Jugendstils dominieren hier kantigere Formen, glatte Flächen und sachliche Dekore.

Neu hinzugekommene Materialien wie Kunststoffe, Chrom und Bakelit erweitern die Möglichkeiten der Designer. Die teuren, in Kleinserien produzierten Jugendstilproduktes werden kopiert und als preiswerte Massenartikel angeboten.

 

Bauhaus

In der zeitgleich verlaufenden Bauhausbewegung waren Dekore, die keine Funktion hatten, verpönt. Der Gegenstand sollte durch Funktionalität bestechen, nicht durch Verzierungen. Entsprechend kühl und sachlich wirken die Möbel und Gebrauchsgegenstände, die nur wenig begeisterte Anhänger fanden.

 

Die 20er Jahre in der Puppenstube:

Die Gehäuse der 20er Jahre sind im Verhältnis zu ihrer Länge etwas niedriger als die der vorangegangenen Epochen. Noch immer schließen die Seitenwände nach vorne oft mit einer Zierleiste ab. Diese ist jedoch frei von Holzornamenten und trägt als oft einzigen Schmuck eine abgerundete Oberkante.

Im ganzen Puppenhaus herrscht Schlichtheit vor. Die Möbel sind harmonisch gestaltet, wirken aber massiger als die Möbel des Jugendstils. Die Dekore der vorangegangenen Zeiten sind verschwunden, wenn nicht historisierend auch Gründerzeitmöbel zu "altdeutschen Stuben" zusammengestellt werden.

Auch in den 20er Jahren befindet sich ein Büfettschrank in der Puppenküche. Er ist entweder weiß oder mit Bierlasur holzartig bemalt. Ebenfalls beliebt ist das Mintgrün, oft in Kombination mit etwas Schwarz.

In die Büfetts integriert sind jetzt häufig Vorratsschütten aus Porzellan. Sie befinden sich mittig unter dem verglasten Teil des Aufsatzes oder hinter einer der Türen des Aufsatzes.

Das Büfett ist jetzt mindestens ebenso breit wir hoch, häufiger noch etwas breiter. Es steht auf kantigen, klobigen Füßen. Bis auf wenige Zierleisten ist die Gestaltung recht schlicht.

Bauhaustypische Einrichtungen sind in Puppenstuben die Ausnahme. Der sachliche Stil war dazu zu unbeliebt.

 

 

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